Biologische Zahnmedizin und Implantatberatung in Kitzbühel

„Biologische Zahnmedizin“ ist ein Begriff, der für unterschiedliche, häufig ganzheitlich oder biokompatibel ausgerichtete Behandlungskonzepte verwendet wird. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine gesetzlich geregelte Fachzahnarztbezeichnung. Welche Untersuchungen, Materialien und Behandlungsmethoden konkret dazugehören, ist nicht einheitlich definiert und kann sich zwischen Praxen unterscheiden.

Ein eigenes Fortbildungsdiplom der Österreichischen Zahnärztekammer für „Biologische Zahnmedizin“ gibt es derzeit nicht. Die Österreichische Zahnärztekammer vergibt jedoch zahnärztliche Fortbildungsdiplome mit Zusätzen, beispielsweise in der Implantologie oder Kieferorthopädie.

Keine gesetzlich geregelte Fachzahnarztbezeichnung

„Biologische Zahnmedizin“ ist keine gesetzlich geregelte Fachzahnarztbezeichnung.

Kein einheitliches Konzept

Welche Untersuchungen, Materialien und Behandlungsmethoden dazugehören, ist nicht verbindlich festgelegt und kann sich von Praxis zu Praxis unterscheiden.

Kein eigenes Kammer-Diplom

Die Österreichische Zahnärztekammer vergibt derzeit kein eigenes Fortbildungsdiplom für „Biologische Zahnmedizin“.

Kollage zur biologischen Zahnmedizin und Implantatberatung mit Lupenbrille, Keramik- und Titanimplantaten, PRF-Eigenblutbehandlung und Wurzelbehandlung

Unsere Position dazu

Wir betrachten Zahnmedizin ganzheitlich und orientieren uns an wissenschaftlicher Evidenz statt an Trends. Dr. Thomas Hagel und Dr. Friederike Wäldrich verfügen beide über das zahnärztliche Fortbildungsdiplom der Österreichischen Zahnärztekammer mit dem Zusatz Implantologie.

Jede Behandlung beurteilen wir individuell nach Nutzen, Risiken und dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Manche Verfahren, wie PRF in ausgewählten Indikationen, sind wissenschaftlich gut belegt. Bei anderen Themen, etwa bestimmten Aussagen zu NICO/FDOK, Vitamin-D-Infusionen oder zur Ozontherapie ohne klare medizinische Indikation, ist die wissenschaftliche Evidenz nach unserer Einschätzung derzeit begrenzt oder nicht eindeutig.

Mehr dazu findest du auf unseren Themenseiten:

Keramikimplantate oder Titanimplantate?

Keramik kann bei hohen ästhetischen Ansprüchen oder metallfreiem Wunsch sinnvoll sein – automatisch besser ist sie nicht. Titan ist seit Jahrzehnten bewährt, gut verträglich und belastbar, besonders bei größeren Versorgungen oder hoher Belastung. Wir beraten nach Befund, nicht nach Trend.

Illustration eines weißen Keramikimplantats und eines dunklen Titanimplantats im direkten Vergleich.

Titan und Keramik sinnvoll kombiniert

Eine bewährte Alternative: Titanimplantat im Knochen plus zahnfarbenes Keramik-Abutment zur Krone. Titan sorgt für stabile Verankerung, das helle Keramik-Abutment vermeidet dunkles Durchschimmern – besonders bei dünnem Zahnfleisch. Ob sinnvoll, hängt von Position, Zahnfleischstärke und Belastung ab – auch hier entscheidet der Befund, nicht ein pauschales Konzept.

Titanimplantat im Kieferknochen mit zahnfarbenem Keramik-Abutment als Verbindung zur Keramikkrone

Metallfreie Zahnversorgung: sinnvoll, aber nicht automatisch besser

Metallfrei kann beispielsweise bei Keramikkronen oder Zirkonoxid sinnvoll sein. „Metallfrei“ bedeutet jedoch nicht automatisch „besser“. Entscheidend ist, ob eine Versorgung langfristig stabil, funktionell und medizinisch sinnvoll ist.

PRF und Eigenblutbehandlung: Beratung statt Heilsversprechen

PRF werden teilweise weitreichende regenerative Wirkungen zugeschrieben. Das Verfahren ersetzt jedoch keine sorgfältige Diagnostik und Therapieplanung. Wir beraten sachlich, ob sein Einsatz im Einzelfall einen nachvollziehbaren medizinischen Nutzen erwarten lässt.

Einsatzmöglichkeiten von PRF in der Zahnmedizin – PRF-Membran zur Wundheilung, Sticky Bone für Knochenaufbau und PRF-Membran bei Implantologie in Kitzbühel

Wir beurteilen PRF, Eigenblutverfahren und fibrinreiche Membranen individuell anhand des jeweiligen Befundes. Entscheidend ist, ob ein Verfahren im konkreten Fall einen nachvollziehbaren Zusatznutzen erwarten lässt oder andere Maßnahmen sinnvoller sind.

Knochenaufbau vor oder während Implantation

Reicht der Knochen für ein Implantat nicht aus, kann ein Knochenaufbau notwendig sein – vor oder gleichzeitig mit der Implantation. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von Defektgröße und Ausgangssituation ab. Zum Einsatz kommen je nach Befund körpereigener Knochen (autolog), allogene Materialien menschlichen Ursprungs, xenogene Materialien tierischen Ursprungs oder synthetische Knochenersatzmaterialien.

Knochenaufbau mit Knochenersatzmaterial neben einem Zahnimplantat im Kieferknochen

Sofortimplantate und entzündete Zähne

Eine Sofortimplantation bei entzündeten Zähnen muss besonders sorgfältig geprüft werden und ist nicht in jeder Situation sinnvoll. Entscheidend sind unter anderem Art und Ausmaß der Entzündung, die vorhandenen Knochenverhältnisse und die Möglichkeit einer vollständigen Reinigung des Operationsgebiets. Je nach Befund kann eine verzögerte Implantation die sinnvollere Lösung sein. Sofortimplantate sind möglich, aber nicht automatisch die beste Behandlung.

Wurzelbehandlung und Zahnerhaltung

Eine Wurzelbehandlung ist nicht grundsätzlich schlecht oder veraltet. Richtig durchgeführt und regelmäßig kontrolliert kann sie einen Zahn langfristig erhalten.

Vorher-Nachher-Darstellung: entzündeter Zahn vor Extraktion und Zahnerhalt durch Wurzelbehandlung mit Biosealer und Füllung

Wenn eine Entzündung jedoch nicht ausheilt oder die Prognose des Zahnes schlecht ist, muss ehrlich über Entfernung und Zahnersatz gesprochen werden. Zahnerhaltung und Implantologie sind keine Gegensätze, sondern zwei mögliche Wege, die individuell geprüft werden müssen.

Unser Statement zu biologischer Zahnmedizin: individuell statt pauschal

Es gibt selten die eine richtige Lösung für alle. Wir beurteilen jeden Fall individuell und orientieren uns am Befund, nicht an einem Etikett wie „biologisch“. Dabei ist uns wichtig, auch die Grenzen dieses Begriffs offen anzusprechen: Nahezu jede zahnmedizinische Behandlung greift in natürliche Strukturen ein. Schon eine Füllung ersetzt verloren gegangene Zahnsubstanz durch ein künstliches Material und ist damit streng genommen nicht „biologisch“.

Biologische Zahnmedizin in der Zahnarztpraxis Schneeweiß Kitzbühel – Keramikimplantat, 3D-Röntgendiagnostik und Edelweiß

Unser Ziel ist deshalb nicht eine vermeintlich vollständig biologische Zahnmedizin. Wir möchten Behandlungen so gewebeschonend, verträglich und zurückhaltend wie möglich planen. Entscheidend ist, welche Lösung medizinisch sinnvoll, langfristig stabil und für den jeweiligen Menschen passend ist.

Am Ende zählt nicht, welche Methode gerade im Trend liegt, sondern welche Behandlung tatsächlich verantwortbar ist und natürliche Strukturen so weit wie möglich erhält.

Individuelle Beratung statt pauschaler Empfehlungen

Biologische Zahnmedizin bedeutet für uns nicht, bestimmte Materialien oder Behandlungsmethoden grundsätzlich als besser darzustellen. Entscheidend ist immer die individuelle Ausgangssituation. Dazu gehören der Zustand der Zähne, mögliche Entzündungen, das vorhandene Knochenangebot, die Weichgewebssituation, der Biss und die langfristige Prognose. Keramikimplantate, Titanimplantate, PRF, Sofortimplantationen oder moderne Verfahren zur Zahnerhaltung können sinnvoll sein, müssen aber zum jeweiligen Befund passen. Nicht jede medizinisch mögliche Behandlung ist automatisch die beste Lösung für jeden Patienten.

Vor einer Empfehlung prüfen wir deshalb sorgfältig, welche Therapie medizinisch sinnvoll, langfristig stabil und möglichst schonend ist. Wo möglich, steht der Erhalt natürlicher Zähne im Vordergrund. Ist ein Zahn nicht dauerhaft erhaltungswürdig, planen wir die weitere Versorgung nachvollziehbar und individuell.

Unser Ziel ist keine Behandlung nach Schema, sondern eine ehrliche Einschätzung der Möglichkeiten, Grenzen und Alternativen.


Vereinbaren Sie einen Termin. Dr. Thomas Hagel oder Dr. Friederike Wäldrich beraten Sie gerne ausführlich und individuell zu den für Sie geeigneten Behandlungsmöglichkeiten.

Quellen und weiterführende Einordnung

Fortbildungsdiplome der Österreichischen Zahnärztekammer: offizielle Liste ohne Zusatz „Biologische Zahnmedizin“ (zahnaerztekammer.at). Quarks Science Cops (WDR): kritische, wissenschaftsjournalistische Einordnung gängiger Behauptungen der biologischen Zahnmedizin (quarks.de). ZWP online, Nachrichtenportal für die Dentalbranche: Einordnung, warum biologische Zahnmedizin kein universitärer Ausbildungsinhalt ist und Zertifikate keiner offiziellen Kontrolle unterliegen (zwp-online.info). Detaillierte Quellenangaben zu einzelnen Themen findest du auf unseren Unterseiten zu NICO/FDOK, Sofortimplantaten und Ozontherapie.